August 18, 2016 - No Comments!

Bin ich schon erleuchtet? Mein Yoga Teacher Training in Bali…

Auch wenn zwischenzeitlich schon eine ganze Weile vergangen ist, dachte ich mir, es wäre dennoch schön einen Beitrag meiner Yoga Ausbildung zu widmen. Viele von euch fragen, wie es denn eigentlich gewesen sei, und da sich das dort erlebte definitiv nicht in zwei Sätzen beschreiben lässt, nehme ich mir heute einmal die Zeit und berichte, so gut es geht, über mein 200hr Yoga Teacher Training.

Lasst mich nur ein wenig ausholen. Bereits 2011 machte ich meine Ausbildung zum Pilates Lehrer, Yoga probierte ich davor auch immer mal wieder aus, bin aber nie wirklich hängen geblieben. Erst mit dem Unterrichten von Pilates habe ich gemerkt, dass ich noch tiefer in eine Körper- Geist- Verbindung eintauchen möchte. Da ich, auch bedingt durch meine Job, gerne immer Vollgas und viel Output gebe, stellte ich fest, wie gut es mir tut auch mal bei mir zu bleiben, bei mir anzukommen. Mit der Zeit besuchte ich also eher Yogastunden als Pilatesstunden (ich liebe es, an anderen Stunden teilzunehmen, Student zu sein und neuen Input zu bekommen) und integrierte  mehr und mehr Yoga Element auch in meine Pilates Stunden.
Als wir dann beschlossen durch Asien zu reisen, bevor wir uns auf nach Australien machen, war für mich eigentlich klar, dass ich diese Zeit nutzen möchte, um ein Yoga Teacher Training zu machen.
Ohne so recht zu wissen in welchem Land, geschweige denn in welcher Schule ich das machen könnte, wurde ich dann über einen Freund eines Freundes, von einem Freund meines Papas usw, ihr wisst wie das ist,  mit einem Indonesischen Guru namens Made Sumantra connectet- und zwar über Facebook…ja auch traditionelle Gurus benutzen soziale Netzwerke, ich war auch überrascht. 🙂
Auch wenn ich die ‚westliche Art‘ des Yogas genieße und es gut finde, solange es bewegt, egal mit welcher Intuition, war mir irgendwie wichtig trotzdem einmal den traditionellen, spirituellen Weg des Yogas zu erfahren. Mit Guru Made glaubte ich, das erleben zu können. Obwohl Guru Made zwei Ashrams in Indonesien leitet, bot sich mir die Möglichkeit mit ihm 1 zu 1 bei ihm 'zu Hause auf seiner Dachterrasse' zu arbeiten- und damit war meine Entscheidung eigentlich gefallen, ich wollte meine Ausbildung bei ihm in Kedewantan (bei Ubud - Bali) machen. Viel mehr Information hatte ich vorab eigentlich nicht…
Meine Unterkunft und die Freizeit neben des YTT's, organisierte ich unabhängig von Guru Made, so dass ein klassischer Tagesablauf mit ihm folgendermaßen aussah:
Um 7:00 Uhr morgens starteten wir mit unserer gemeinsamen Meditation, gefolgt von 90 Minuten Yoga.
Danach wurden die im Skript vorgegeben Themen vertieft (Asana, Pranayama, Prayahara, Dharana, Dhyana).
Von ca. 11:30 bis 13:00 Uhr war Mittagspause, in der ich mit meinem Scooter schnell nach Hause düste und mir etwas zu Essen kochte.
Danach ging es meist mit dem Arbeiten an meiner eigener Dysbalance und Inflexibilität weiter. Klar Text gesprochen, waren das die Stunden, in denen mein Guru mich um sich herumgewickelte, mich in alle erdenklichen Richtungen bog und mich in Positionen brachte, die mir bis dato nicht erdenklich waren. Ich selbst, mit einem eher mäßig- beweglichen Körper, bedingt durch Krafttraining, Laufen und überhaupt ;), empfand diese Stunden als sehr intensiv. Die Komfortzone meines Körpers wurde definitiv gestört, aber auf eine andere Weise, als  ich es bisher gewohnt war. Es ging nicht à la Fitness darum, die Zähne zusammen zu beißen und noch eine Runde mehr zu geben, sondern los zu lassen und Raum zu schaffen, um Energien im Körper fließen lassen zu können. Ich tune'te mich mit meinen Chakras,  die 7 Energiezentren unseres Körper, ein, um in Einklang mit Körper, Geist und Seele zu kommen. Mal klappte das besser, mal schlechter.
Den Nachmittag endeten wir meist mit Chakrayoga, Meditation oder Atemübungen, um die ich sehr froh war, um wieder ein wenig Ruhe in den Körper zu bringen.
So gegen 16:00 Uhr waren wir dann für den Tag fertig und ich tuckerte, meist doch sehr erschöpft, wieder nach Hause (wieder einer andere Erschöpfung, als ich sonst gewohnt war, nach einem Tag voll mit Sport).
Je nachdem wie ich drauf war, kochte ich entweder wieder dort oder manchmal, ganz wild ;P, fuhr  ich abends nach Ubud, nur 15 Minuten von mir entfernt, um dort ‚auszugehen‘ und etwas zu essen.
Das war mein Montag bis Samstag für 5 Wochen. Sonntag hatte ich ‚frei‘ da mein Guru an diesen Tagen seine Ashrams besuchte.
Die Verbindung, die wir in dieser Zeit aufbauten, war definitiv eine Spezielle, zwischen uns wurde nicht viel Smalltalk oder allgemeine Informationen ausgetauscht.
Meistens wartete ich bereits sitzend auf meiner Matte, bis er die Treppe hochkam, mich mit einem ‚My lovely Yogi, are you ready for Yoga‘ begrüßte und wir direkt  mit unserer Atemmeditation begannen.
Was in meinen restliche Leben passierte oder aus welchem Backround ich komme, war für ihn nicht wichtig, es ging allein um meine BoodyMind Connection und das vertiefen der Yoga Praxis.
Wenn es darum ging an meiner eigenen Form zu arbeiten, stellte er sich vor mich, studierte meine Statur und legte dann damit los, an meinen, von ihm geglaubten, Defiziten zu arbeiten. Und er lag IMMER richtig, ohne dass ich ihn verbal hab wissen lassen, wo es zwickt. Es mag vielleicht ein wenig verrückt klingen, aber wir waren auf einer anderen Ebene connectet, er hatte meine Energie gespürt und wusste dann, was zu machen ist.
Auf der einen Seite wurde die Zeit genau dadurch so interessant  und intensiv (im positiven Sinne), und auf der anderen Seite zu einer großen Herrausforderung für mich. Ich musste lernen, Kontrolle abzugeben, los zu lassen und zu vertrauen.
Eine Aussage von ihm war: ‚If you wanna do Yoga you have to learn to let the energy flow, if you wanna learn in which way your foot has to point during an Asana, study Anatomy, that’s not Yoga‘.
Mit meinem Hintergrund als Sportlehrerin, betrachtete ich das durchaus kritisch und war mir manchmal nicht mehr sicher, ob das wirklich gut ist, was wir da machen. Aber gerade in solchen Situationen erinnerte er mich, meine Chakras zu öffnen und Energien fließen zu lassen; und genau in diesen Momenten hatte ich meine großen Aha- Momente.
Ich lernte in Momenten, in denen ich mich alles andere als wohl fühlte und dachte es geht nicht mehr, zu vertrauen, zu atmen und positive Energie zu geben, und realisierte, wenn man los lässt, es doch möglich ist. Guru Made brachte mir das meditieren näher und vor allem zeigte er mir, dass man auch als Yogi mal 5 gerade sein lassen kann, solange man immer mit dem Herzen bzw. den Chakras dabei ist. Das sind diese Aha- Momenten, um die ich so dankbar bin.
Nach Beendigen meines Yoga Teacher Trainings dauerte es erstmal 3-4 Wochen, bis ich wieder meine Yoga Matte ausrollte. Mein Körper fühlte sich ausgelutscht und überreizt an und das Erlebte musste erst mal sacken. Aber mit eine wenig Abstand, erntete und ernte ich immer noch die Benefits, die ich aus dieser intensiven Zeit ziehen kann. Oft denke ich daran zurück und habe meinen Guru im Ohr, der mir Ratschläge gibt, die ich nicht nur auf der Matte anwenden kann.
Kontakt haben wir keinen mehr, auch wenn ich immer mal denke, ihm einfach eine Mail zu schreiben, es aber dann doch wieder verwerfe, da wie gesagt Smalltalk, eher nicht so unser Ding war.
Aber wenn ich wieder in Bali bin, gehe ich mit Sicherheit bei ihm vorbei und lasse ihn mal drauf schauen, was für Dysbalancen sich wieder in Körper, Kopf und Seele eingeschlichen haben. NAMSTE
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Published by: Miriam Frieser in Sport, Yoga

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