August 6, 2017 - No Comments!

Wir sollten nicht immer alles glauben, was wir denken

PERSpECTIVE

Es vergeht vermutlich kaum eine Minute am Tag, in der uns keine Gedanken durch den Kopf schwirren, Gedanken die unsere Emotionen beeinflussen oder sogar bestimmen. Oft agiert unser Geist als kleiner Diktator, der uns zu spielen weiß und uns zu oft in eine Wirklichkeit leitet, die so gar nicht wahr ist. Eine Wirklichkeit, die wir selbst erschaffen, durch ein Erhaschen eines Ausschnitts der Welt, durch unsere Augen.

Letzte Woche hatte ich ein Erlebnis, das mich genau daran wieder erinnert hat und natürlich hat es etwas mit Yoga zu tun.

Wir sollten nicht immer alles glauben, was wir denken.

Wenn ich Yoga unterrichte, und ich bin mir sicher, damit bin ich nicht alleine, spielt sich unheimlich viel zur selben Zeit ab. Auch wenn das eigentliche Ziel des Yogierens ist, Körper und Geist in Einklang zu bringen, bin ich als Person beim Unterrichten Meilen davon entfernt. Mein Geist ist überall aber nicht in meinem Körper. Vielmehr überschlagen sich Gedanken darüber was in meinem Umfeld so los ist. Gedanken darüber, welche Schlüsselwörter wohl die wichtigsten zu erwähnen wären, welche Abfolge von Asanas Sinn macht und stimmig ist; ob das Programm nicht zu anspruchsvoll, oder vielleicht zu leicht ist; wo ich ich bedenkliche Körperverrenkungen sehe, wo korrigiert und angepasst werden muss und wie viel Zeit noch bleibt.

Und ich tauche noch tiefer: ‚Warum gähnt bezaubernde lila Yogahose dort hinten, ist sie etwa gelangweilt…? Warum wird meiner Anweisungen nicht gefolgt, warum schaffe ich es nicht mich  verständlicher auszudrücken…? Hoffentlich fühlt sich jeder wohl und gut aufgehoben...'

Mein Geist schafft es also in diesem geballten Wirrwarr von Gedanken dennoch, für sich beschlossene Schlussfolgerungen, in Form von Emotionen an mich weiter zugeben: sie gähnt: sie ist gelangweilt; er macht eine andere Bewegung: er findet meine Bewegungsabfolge nicht gut. Das ist die Wahrheit, es kann nur so sein.

Nun aber zu meinem Erlebnis.
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Letzte Woche habe ich es mal wieder geschafft selbst als Student an einer Stunde teil zu nehmen. Ich habe die Stunde geliiiiiebt. Die Lehrerin hat uns so angeleitet, dass ich total schnell mit mir eingetuned war und diesen wunderbaren meditativen Bewegungsrhythmus zum Atmen finden konnte.  Ich konnte mich fallen lassen, und einfach meinem Körper folgen- was aber manchmal wiederum dem vorgegebenen Flow abgewichen ist. Erst danach ist es mir gekommen, das also ich dieser Yogi war, der nicht ‚gefolgt‘ hat und vielleicht unruhige Vibes gesendet hat. Aber keine Sekunde lang war der Auslöser hierbei, dass ich etwas an der Stunde nicht gemocht hatte, ganz im Gegenteil, nur weil ich die Stunde so gut fande, ist es dazu gekommen.

Und das wiederum hat mich daran erinnert, wie oft unser Diktator- Geist uns doch im Griff hat. Es gibt unendlich viele Gründe für eine Reaktion. Anstatt in unserer eigenen Realität gefangen zu sein, ist es viel wichtiger hier einen Schritt zurück zu treten und Augenmerk auf die eigene Reaktion auf eine Aktion zu legen, anstatt in die Aktion hinein zu interpretieren.

Und hierbei spreche natürlich schon lange nicht mehr nur von mir beim Yoga unterrichten, weil das kann man nämlich auf so viele lebenslangen übertragen werden!

Ist Yoga nicht herrlich... immer wieder lehrt es mir die kleinen Weisheiten des Lebens, auf eine charmante Art und Weise.

Eure Mimi

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Published by: Miriam Frieser in Motivation, Sport, Travel, Yoga

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